Ist dieser Maler vollkommen verzweifelt oder kann er nicht rechnen und kalkulieren?

Erstellt am 11. Februar 2015 von

Diese Anzeige war vor ein paar Tagen in der hiesigen Zeitung.

Verzweiflung pur

Für welche Leistungen ist der Preis genau?

Was bekommt der Kunde für diese Preise? Eine Komplettrenovierung mit

  • Boden abdecken
  • Decke und Wände streichen (1x, 2x?)
  • Türen, Fenster, Heizkörper lackieren
  • Bodenbelag neu

Die Leistung ist nicht spezifiziert. Aber am Beispiel der 1-Zimmerwohnung, will ich einmal die Kalkulation nachvollziehen.

Bei 30 qm Grundfläche, betragen die Wandflächen ca. 60 qm. Wird nur einmal gestrichen, ergibt sich folgende Kalkulation:

Billig oder teuer

Seriöse Kalkulation

Der Preisunterschied des Verzweiflungsmalers mit dem Preis von € 280,00, zum Preis der seriösen Kalkulation eines Malerfachbetriebs von € 472,30, beträgt € 192,30 oder 40,72%!

Beim Material kann an Qualität und Preis gespart werden. Beim Stundenlohn von € 50,00, ergibt ein minus von 40,72%, einen Stundenlohn von € 29,64.

Der Zeitaufwand von 427,5 min sind ca. 7 Stunden Arbeitszeit!

  • Material richten
  • Fahrzeug beladen
  • Arbeitstelle anfahren
  • Parkplatz suchen
  • Arbeitsstelle einrichten
  • Arbeiten ausführen
  • Arbeitstelle abräumen und abfahren

Wer jemals eine 1-Zimmerwohnung mit ca. 30 qm Grundfläche selbst gestrichen hat weiß, dass sieben Stunden Arbeit dafür locker zusammen kommen.

Was bei so einem Auftrag wohl für den Kunden (Qualität) und den Maler (Ertrag) letztlich herauskommt?

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Kommentare

  1. Kollegen die sich und Ihre Arbeitsleistung verramschen sind leider gerade zu dieser Jahreszeit auch bei uns keine Seltenheit. 40 % unter einer seriösen Kalkulationen sind dabei eher üblich.
    Freudige Abnehmer die ausschliesslich den Preis vergleichen gibt es dafür auch ausreichend.

    Wie sagen Sie so treffend:
    Machen lassen, kein Geld verdienen kann ich auch ohne zu arbeiten.
    Kollegiale Grüße

  2. Sven Bublitz sagt:

    Nein, Herr Deck, dass haben Sie falsch verstanden. Er streicht dafür ja nur die „Grundfläche“. Den Boden also.

    Dann geht doch der Preis in Ordnung… 😉

    Herzliche Grüße aus Bad Oldesloe

    Sven Bublitz

  3. Lena Moor sagt:

    In Großstädten haben viele nach dem Auszug keine Zeit oder Lust, die Wohnung zu streichen. Da es sowieso nur der Nachmieter sieht und die Rechtssprechung nur eine mittlere Qualität vorsieht, achten viele bei der Auftragsvergabe nur auf den Preis.