Fogging: Und plötzlich ist die Wohnung schwarz.

Was verbirgt sich unter dem so genannten Fogging Effekt?

Das besagte Phänomen umschreibt man am besten als “plötzliche Schwarzstaubablagerung in Wohnungen”. Es hat also nichts mit gewöhnlicher Verschmutzung im Laufe von Jahren zu tun, sondern der Effekt ist schon nach Tagen oder Wochen nach einer Renovierung zu beobachten.

Wenn in Wohnungen plötzlich schwarze, schmierige Beläge an Wänden, Fensterrahmen und Einrichtungsgegenständen auftreten, dann handelt es sich immer öfter um einen sogenannten Fogging- (einnebeln) Effekt. Dieses Phänomen wird zunehmend seit 1995 beobachtet. Mittlerweile sind jedes Jahr tausende Wohnungen davon betroffen, und es werden immer mehr.

Bei den Fällen, die das Umweltbundesamt im Laufe der vergangenen Jahre untersuchte, fiel auf, dass die Schwarzfärbungen häufig neu gebaute, sanierte oder renovierte Einheiten betrafen. Dabei erschien der Belag meist innerhalb weniger Stunden oder Tage während der ersten Heizperiode nach Abschluss der Arbeiten.

Typisch ist auch, dass von mehreren gleichartig errichteten oder renovierten Wohnungen meist nur eine oder wenige betroffen sind. Deshalb wurde zunächst das Nutzungsverhalten der Bewohner als wichtigste Ursache vermutet. Nach den Erkenntnissen des Umweltbundesamtes müssen jedoch immer verschiedene Faktoren zusammentreffen, um den Fogging-Effekt auszulösen.

Weichmacher können eine Ursache sein. In mehr als 50 Prozent aller untersuchten Fälle wurden Malerarbeiten durchgeführt, bevor es zu den Ablagerungen kam. Bei einem weiteren Drittel war zuvor der Fußbodenleger im Haus. Deshalb deutet vieles darauf hin, dass Substanzen eine Rollen spielen, die in den hierbei eingesetzten Materialien enthalten sein könnten. In zahlreichen Produkten sind sogenannte Weichmacher enthalten.

Das sind organische Verbindungen, die über einen längeren Zeitraum an die Raumluft abgegeben werden. Sie stehen mit dem Auftreten des Fogging-Effekts in Zusammenhang. Weitere Ursachen können unter anderem Wärmebrücken, Risse und Undichtigheiten im Mauerwerk sowie das Lüftungs- und Heizungsverhalten sein.

Es müssen immer mehrere Bedingungen zusammentreffen. Schwarz wird die Tapete nur beim Zusammentreffen mehrerer Bedingungen. Dann tritt der Effekt zumeist im Winter auf, wenn sich die langsam ausdampfenden organischen Verbindungen an kalten Stellen an den Wänden erneut absetzen und in trockener Luft winzige Schwebstaubteilchen, die überall vorhanden sind, regelrecht anziehen. Gefährdet sind besonders Wohnungen, die gut wärmeisoliert sind oder bei denen nachträglich eine verbesserte Isolierung durch neue Fenster oder durch zusätzliche Wärmedämmung ermöglicht wurde.

Wie lässt sich der Fogging-Effekt vermeiden? Da Weichmacher offensichtlich fast immer eine Rolle spielen, empfiehlt es sich, Materialien einzusetzen, die eine möglichst geringe Konzentration dieser Stoffe aufweisen. Farbenhersteller reagieren zunehmend auf diese Erkenntnisse. Raumfarben aus diesen Häusern enthalten keine foggingaktiven Bestandteile.

Das UmweltBundesAmt hat dazu die Broschüre “ATTACKE DES SCHWARZEN STAUBES - Das Phänomen „Schwarze Wohnungen“ • Ursachen - Wirkungen - Abhilfe” heraus gegeben.Diese umfangreiche Informations-Broschüre können Sie sich hier herunter laden.